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Mineralische Rohstoffe als „Grundlage des gesellschaftlichen Lebens“

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Lennestadt. Vor zwölf Jahren hat der Meggener Michael Neumann, bis vor einigen Jahren Betriebsleiter und Chefgeologe bei Sachtleben in Meggen, die „Meggener Rohstofftage“ ins Leben gerufen. Eröffnet werden sie in diesem Jahr am Dienstag, 15. September, von 17 bis 19 Uhr it dem “Round Table„, bei dem namhafte Experten zum Thema „Warum brauchen wir mineralische Rohstoffe?“ diskutieren. Im großen LP-Interview gibt Michael Neumann Einblicke in die „Meggener Rohstofftage 2026“.


„Warum brauchen wir mineralische Rohstoffe?“ – Wieso haben Sie diese Frage zum Leitmotiv des Round Tables 2026 gemacht?

Mineralische Rohstoffe sind seit je her die Grundlage unseres gesellschaftlichen Lebens. Trotzdem ist vielen Menschen nicht bewusst, wo sie überall benötigt werden. Mit dieser Leitfrage wollen wir verständlich erklären, warum eine sichere und verantwortungsvolle Rohstoffversorgung für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Was wir nicht anbauen können, müssen wir abbauen.

Wie stark sind wir im Alltag tatsächlich von mineralischen Rohstoffen abhängig?

Fast überall: in Gebäuden, Straßen, Autos, Smartphones, Computern und Haushaltsgeräten. Auch für Windkraftanlagen, Solarmodule, Stromnetze und Batterien werden große Mengen unterschiedlicher Rohstoffe benötigt. Dies gilt ebenfalls für Glas-, Porzellan- und Plastikprodukte ebenso wie für Edelstahl und Pharmazeutik. Ohne mineralische Rohstoffe können wir kein Haus bauen und es wären weder unser heutiger Lebensstandard noch die Energiewende möglich.

Welche Rohstoffe sind für Deutschland bzw. NRW derzeit besonders wichtig?

Besonders wichtig sind beispielsweise Kupfer, Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit und seltene Erden, aber Eisen- und Stahlprodukte für die heimische mittelständische Industrie. Sie werden für die Energieversorgung, Elektromobilität und moderne Technologien benötigt. Für NRW sind außerdem heimische Baurohstoffe sowie Kalkstein, Ton, Gips, Quarzsand, Kies und Naturstein von großer Bedeutung.

Wie groß ist das Problem unserer internationalen Abhängigkeit?

Deutschland ist bei allen metallischen Rohstoffen vollständig auf Importe angewiesen. Dies gilt weitgehend auch für Industrieminerale. Lediglich bei Baurohstoffen, Salz und Kohle sind wir weitgehend Selbstversorger.

„Durch den Abbau im eigenen Land und in Europa können wir diese Abhängigkeit verringern.” 

Teilweise stammen diese benötigten Rohstoffe nur aus wenigen Ländern wie z.B. China. Politische Konflikte wie der Ukrainekrieg, Handelsbeschränkungen oder Transportprobleme führen deshalb schnell zu Lieferengpässen. Diese Abhängigkeit ist ein wirtschaftliches und strategisches Risiko.

Was könnte passieren, wenn wichtige Rohstoffe plötzlich nicht mehr verfügbar wären?

Produkte würden teurer und könnten möglicherweise nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt werden. Betroffen wären unter anderem die Automobilindustrie, der Maschinenbau, die Bauwirtschaft und die Energietechnik. Im schlimmsten Fall müssten Unternehmen ihre Produktion reduzieren oder einstellen. Als Resultat würden unsere Lebenskosten teurer und unsere Arbeitsplätze gefährdet werden.

Die Gewinnung mineralischer Rohstoffe kann mit Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden sein. Wie lässt sich der Rohstoffbedarf mit Umwelt- und Klimaschutz vereinbaren?

Durch moderne Technik, strenge Umweltauflagen und eine sorgfältige Planung lassen sich die Auswirkungen deutlich begrenzen. Dafür ist Meggen ein herausragendes Beispiel, das national und international Vorbildcharakter hat. Wichtig sind außerdem die Wiederverwertung von Rohstoffen und ein sparsamer Umgang mit ihnen. Recycling allein reicht jedoch nicht aus. Wir brauchen eine verantwortungsvolle heimische Rohstoffgewinnung und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Warum ist gerade die Region Südwestfalen ein geeigneter Ort, um über die Zukunft der Rohstoffindustrie zu diskutieren?

Südwestfalen mit Sauer- und Siegerland hat eine lange Bergbau- und Industrietradition. Auch Meggen war über viele Jahrzehnte ein bedeutender europäischer Bergbaustandort für Blei, Zinkerze und Schwerspat. Gleichzeitig ist die Region heute Heimat zahlreicher mittelständischer Industrieunternehmen, die auf eine sichere Rohstoffversorgung angewiesen sind. Hier treffen Geschichte, Erfahrung und aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen unmittelbar aufeinander.

Artikel von Kerstin Sauer auf LokalPlus (Interview).

Hier geht es zum Artikel auf LokalPlus https://www.lokalplus.nrw/lennestadt/mineralische-rohstoffe-als-grundlage-des-gesellschaftlichen-lebens-103915